Jugendausflug Bavaria Filmstadt

KJF_AusflugBereits in den Morgenstunden startete der Bus aus Pöttmes zu seiner Fahrt via Friedberg und Mering nach München. Unterwegs wurde die gut 60köpfige Gruppe wegen ihrer Größe für den restlichen Vormittag geteilt: eine Gruppe besuchte die Wache 3 der Berufsfeuerwehr München und die andere die Hauptfeuerwache:

Dort angekommen wurden die Gruppen jeweils von einem Feuerwehrbeamten begrüßt, der kurz das Einsatzgebiet und die Aufgabenbereiche vorstellte. Auch die Wache wurde besichtigt, diese ist laut der Beamten ihre zweite Heimat, da dort während der üblichen 24-Stunden-Schichten der „normale“ Alltag ablaufen würde.

Während Nachts und am Wochenende „nur“ Bereitschaftsdienst abgeleistet wird (unterbrochen von zahlreichen Einsätzen (im gesamten Stadtgebiet sind das rund 1000 pro Tag!), gehen die Feuerwehrbeamten werktags auf der Wache einem mehr oder weniger regulären Beruf nach (Schreiner, KFZ-Mechaniker, Verwaltung…); deshalb wird als Einstellungsvoraussetzung auch eine entsprechende Berufsausbildung gefordert. Für viele Jugendliche war der „Weg zur BF“ besonders interessant: Neben der Bewerbung und einem schriftlichen und praktischen Einstellungstest wird einem vor allem beim Sporttest einiges abverlangt.  An alle, die sich bei der BF bewerben wollen appellierte der Feuerwehrprofi, sich insbesondere auf diesen sehr gut und langfristig vorzubereiten. Immer wieder würden beim Test Bewerber erscheinen, die keinen einzigen Klimmzug schaffen würden.

Neben der Feuerwehrtätigkeit verrichten die Berufsfeuerwehrleute auch zahlreiche Aufgaben im Rettungsdienst, so dass auch die Möglichkeit zur Spezialisierung geboten wird.

Auf der Wache 3 wurde ein weiteres Aufgabenfeld erläutert:  Als Disponent in der dortigen „Integrierten Leitstelle“  wird den Kollegen bei der Notrufannahme und Alarmierung einiges abverlangt.

Am frühen Nachmittag wurde dann das Gelände der Bavaria Filmstudios aufgesucht, wo die interessierte Gruppe nach einer Führung über das Gelände von den Angestellten der „Werkfeuerwehr Bavaria Film“ empfangen wurden. Die 18 Brandschützer sind in 12-Stunden-Schichten für die Sicherheit auf dem 350.000 m² großen Gelände verantwortlich und üben durch die Verwaltung der Schlüsselzentrale auch das Hausrecht aus. Durch viele Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes gäbe es dort nur verhältnismäßig wenig „scharfe Einsätze“. Regelmäßig wurde man bei „First Responder“-Einsätzen zu Filmstadtbesuchern gerufen, die über Kreislaufbeschwerden klagen. Wegen ihrer guten Ortskenntnis ist die dortige WF auch als Poststelle prädestiniert.  Wegen der leichten Entflammbarkeit der Filmkulissen (meist aus Holz und Styropor) und der riesigen Filmhallen, sind auch Arbeiten durch externe Firmen (Schweißen, Flexen, etc.) durch Personal der WF zu beaufsichtigen.

Für die Jugendlichen war es sehr interessant zu sehen, wie sehr sich doch die Aufgabengebiete aber auch der Arbeitsalltag von hauptberuflichen Feuerwehrleuten unterscheiden kann. Der ein oder andere spielt nach wie vor mit dem Gedanken, sich im Anschluss an die Berufsausbildung dort zu bewerben und will sich nun besonders anstrengen, damit daraus etwas wird.

Geschrieben von: Magnus Hammerl, Kreisjugendfeuerwehrwart


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